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Werkzeug
Guter Schnitt braucht gutes Werkzeug. Hierfür haben sich verschiedene Werkzeuge bewährt, die ein Gartenbesitzer haben sollte: Man unterscheidet verschiedene Scheren, Sägen und Schneidemesser.

Scheren
Scheren sind die wichtigsten Schnittwerkzeuge. Es gibt zwei Arten:

1. Die einseitig geschliffenen Scheren mit einer fest stehenden Schneide, gegen die die scharfe Klinge den zu schneidenden Ast/Zweig drückt. Solche Scheren sind sehr gut geeignet, um totes Holz zu entfernen.
2. Die Scheren mit zwei scharfen Klingen, die gegeneinander gedrückt werden, führen zu noch saubereren Schnitten und sind gut geeignet, um kleinere Zweige zu schneiden.
Man hat also die Wahl zwischen verschiedene Scheren, aber die meisten Gartenbesitzer schneiden doch mehr oder weniger alles mit einer Gartenschere. Achten Sie beim Kauf Ihrer Gartenschere auch auf technische Aspekte: Es gibt Scheren, die den Kraftaufwand beim Schneiden verringern und in jedem Fall sollten Sie verschiedene ausprobieren, damit sie gut in Ihrer Hand liegen. Stellen Sie sicher, dass die Schnittflächen immer scharf sind und reinigen Sie sie nach dem Gebrauch. Der Pflanzensaft würde im Laufe der Zeit zu einer festen Schicht auf der Klinge antrocknen, die die weitere Schnittarbeit erschwert. Versuchen Sie nicht, dicke Äste mit der Schere durchzuhebeln – Nicht nur die Pflanze würde leiden, sondern auch Ihre Schere.

Astscheren
Diese Werkzeuge sind bereits für dickere Äste und den Schnitt älteren Holzes ausgelegt. Sie werden mit beiden Händen geführt und verfügen über einen langen Hebel, mit dem Sie mehr Kraft auf die Schnittstellen bringen. Es gibt sogar Astscheren mit verlängerbaren Griffen: Damit ist es möglich, noch mehr Kraft auszuüben, um dickere Äste schneiden zu können.

Teleskopscheren
Das ist eine Astschere, die an einer langen Stange befestigt ist. Teleskopstangen sind sogar noch weiter verlängerbar. Mit solchen Scheren ist es möglich, sehr hoch liegende Äste zu erreichen. Der Schnitt erfolgt durch das Ziehen eines Seiles, mit dem Sie die Schneide führen. Bei manchen dieser Stangen kann statt der Astschere auch eine Baumsäge befestigt werden.

Heckenscheren
Typisch für diese Scheren zum Schnitt von Hecken, aber auch Heidekraut, Lavendel oder anderen Sträuchern, sind die langen Schnittflächen. Manche dieser Scheren verfügen über eine speziell geschärfte Kerbe an der Basis der Schneide, mit der auch einzelne dickere Äste geschnitten werden können. Es gibt kleinere Ausführungen dieser Schere, die speziell für den Schnitt von Buchsbaum geeignet sind.

Elektrische Heckenscheren
Ohne Frage: Sie sind schnell und praktisch, aber es braucht Übung, um damit umzugehen. Es kann leicht passieren, dass Sie mehr abschneiden, als Sie wollten bzw. dass Ihnen die Schere ausrutscht. Achten Sie vor allem darauf, das Elektrokabel sicher von der Schneide fernzuhalten. Zu empfehlen ist, dass Sie das Kabel an ihrem Gürtel seitlich oder hinten fixieren.

Gärtnermesser
Sie werden meist von Profis benutzt, seltener von Hobbygärtnern. Sie sind rasiermesserscharf und werden zum Beispiel eingesetzt für die Veredlung oder das Schneiden von Stecklingen, im Einzelfall auch, um bei größeren Schnittstellen die Rinde sauber und glatt nachzuschneiden. Die Schneide ist meist gekrümmt.

Baum- bzw. Astsägen
Es gibt verschiedene Modelle. Sehr praktisch sind Sägen mit gekrümmter Klinge, die für einen ziehenden Schnitt geschliffen sind. Diese gibt es auch mit klappbarer Klinge. Typisch für diese Astsägen sind die vielen versetzt stehenden und sehr scharfen Zähne auf der eher kurzen Klinge. Größere Modelle haben ein seitenverstellbares Blatt, mit dem z.B. auch spitz am Stamm stehende, sogar recht dicke, Äste gut erreicht werden. Normale Holzsägen sind übrigens für frisches bzw. lebendiges Holz total ungeeignet.

Werkzeug pflegen
Reinigen Sie Ihr Schnittwerkzeug nach jedem Gebrauch und ölen Sie die metallischen Teile. So verhindern Sie Korrosion und halten Ihr Werkzeug scharf. Schleifen Sie die Klingen von Scheren hin und wieder mit einem Wetzstein oder ersetzen Sie die Klingen, wenn sie nicht mehr gut schneiden. Lassen Sie Ihr Werkzeug nicht draußen liegen und achten Sie besonders darauf, dass scharfe Schnittwerkzeuge nicht in die Hände von Kinder gelangen.

Obstgehölze
Allgemeine Empfehlungen
Während der ersten drei bis vier Jahre nach der Pflanzung in Ihrem Garten wird es darum gehen, durch geschickten Schnitt die spätere Kronenform aufzubauen. Sie kaufen einen Obstbaum mit einer jungen, ein- oder zweijährigen Krone, die noch kaum Verzweigungen aufweist. Die Seitenäste sind später die Frucht tragenden Äste – es gilt also, diese optimal zu verteilen bzw. nur solche stehenzulassen, die genug Platz haben, sich gut zu entwickeln. In aller Regel werden Obstgehölze in der Vegetationsruhe – also im laublosen Zustand – geschnitten. Bei den meisten Obstbäumen, wie z.B. Kirschen, Pflaumen und anderen Steinfrüchten, erfolgt der Rückschnitt im frühen Herbst. Wenn der Baum bereits gut entwickelt ist, dient der jährliche Rückschnitt nur noch dazu, die Baumform zu erhalten und die Frucht tragenden Äste immer wieder zu verjüngen. Wesentlich ist dann auch, durch mutigen Schnitt immer wieder dafür zu sorgen, dass ausreichend Luft und Licht auch in die Krone gelangen kann.

Äpfel und Birnen
Beim so genannten Kernobst, vor allem Apfel- und Birnbäumen, werden der Mitteltrieb und auch die Seitentriebe in den ersten Jahren immer wieder beschnitten. Während in den ersten Jahren der Aufbau der Krone im Vordergrund steht, geht es später um den Erhalt der Fruchtbarkeit. Dazu werden zunächst tote und kranke Äste heraus geschnitten. Danach werden so genannte „Wasserreiser“ (steil aufrecht stehende einjährige Triebe) und Zweige, die sich kreuzen, entfernt. Wichtig ist, die Krone nach oben offen zu halten. Einige ältere Äste müssen Platz machen für jüngere. Gut ist es, wenn Sie mit mehrjährigem Weitblick ein ausgewogenes Verhältnis von älteren und jungen Ästen verfolgen. Nicht zu empfehlen sind dagegen radikale Rückschnitte, die einen vollkommen neuen Aufbau der Krone notwendig machen. Gleichmäßig gute Erträge und außerdem schön anzusehende Bäume erhalten Sie, wenn Sie alle paar Jahre einzelne ältere Äste entfernen und in die entstandene Lücke entsprechenden Ersatz ziehen.


Steinfrüchte
Steinfrüchte sind z.B. Kirschen und Pflaumen, Mirabellen und Pfirsiche – Früchte, die einen harten Kern enthalten. Die Bäume dieser Gruppe unterscheiden sich stark hinsichtlich ihrer Größe und dem Kronenaufbau. Man unterscheidet schon von der Anzucht her in verschiedene Formen wie Hochstämme, Halbstämme und Heister. Wichtiges Kriterium für den Schnitt ist eine gute Verteilung des Fruchtholzes in der Baumkrone. Steinfrüchte sind anfällig für verschiedene Krankheiten, die teilweise über Schnittwunden in die Pflanzen eindringen können. Um die Infektionsgefahr gering zu halten, hat es sich bewährt, Steinobst im späten Sommer bzw. frühen Herbst zu schneiden. Um später größere Schnittwunden zu vermeiden, ist die frühe Kronenerziehung außerordentlich wichtig. Wenn allerdings doch einmal ein dicker Ast entfernt werden muss, sollte ein Wundbalsam auf die Schnittstelle verstrichen werden.

Pflaumen
Pflaumenbäume werden in Baum- oder Strauchform erzogen. Sie sollten nur sehr zurückhaltend geschnitten werden. Jedes Jahr wachsen an den Seitenästen neue Triebe, die im späten Sommer oder frühen Herbst etwa um die Hälfte gekürzt werden sollten. Wie bei allen Obstgehözen müssen natürlich zu dichte und sich kreuzende Äste ganz entfernt werden. Halten Sie die Krone offen für Licht und Luft.

Süßkirschen
Es gibt viele verschiedene Sorten von Süßkirschen, wobei die meisten Gartensorten veredelt sind. Süßkirschenbäume auf eigener Wurzel werden sehr groß – was auch daran liegt, dass sie kaum geschnitten werden. Der Schnitt ist in erster Linie zur Auslichtung angebracht und sollte deshalb im Sommer durchgeführt werden – dann sehen Sie auch am besten, wo Licht fehlt. Sorten, die als Spalier gezogen sind, werden allerdings streng erzogen: Die jungen Seitentriebe werden im Sommer „auf sieben Blätter“ gekürzt.

Sauerkirschen (Schattenmorellen)
Im Unterschied zu Süßkirschen tragen Sauerkirschen nur am einjährigen Holz (d.h. an den Zweigen, die im Vorjahr gewachsen sind!). Nur die Spitzenknospe dieser Zweige ist eine Blattknospe. Nur wenn diese Spitzenknospe am Austrieb gehindert wird – durch Rückschnitt also – treibt der Zweig seitliche Austriebe und Blütenknospen, die später die Früchte tragen. Für Sauerkirschen ist Schnitt also unbedingt notwendig – und deshalb bleiben die Bäume meist recht handlich.

Pfirsiche und Nektarinen
Pfirsiche und die ihnen nahe verwandten Nektarinen werden oft am Spalier oder frei als Strauch gezogen. Pfirsiche tragen Früchte nur an Zweigen, die mehr als ein Jahr alt sind – und dann auch nur ein oder zwei Stück pro Zweig. Deshalb ist es wichtig, durch maßvollen Schnitt jedes Jahr das Wachstum neuen Fruchtholzes anzuregen. Es gilt also, „erschöpfte“ Zweige auszuschneiden, andere jedoch stehen zu lassen, an denen sich wieder neue Frucht tragende Zweige entwickeln.

Beerenobst, Weintrauben
Weintrauben und Pfirsiche müssen unbedingt vor Februar geschnitten sein, weil sie mit beginnendem Frühjahr sehr starken Saftdruck entwickeln. Bei zu starkem Schnitt würden die Pflanzen sehr stark bluten. Solch starkes Bluten verhindert den Wundverschluss und führt damit einerseits zu unnötig hohem Verlust an Substanz und stellt andererseits eine mögliche Eintrittspforte für Krankheiten und Schädlinge dar. Kürzen Sie alle letztjährigen Triebe, die vom Leittrieb ausgehen, auf ein bis drei Knospen Länge. Diese Knospen werden austreiben und schließlich werden die Austriebe bis auf je einen entfernt.

Blaubeeren
Diese Beeren tragenden Sträucher brauchen sauren Boden. Einige Sorten können bis zu zwei Meter Höhe erreichen. Üblicherweise werden die Sträucher mit vier bis fünf Grundtrieben herangezogen. Diese werden in den ersten zwei Jahren in Ihrem Garten überhaupt nicht geschnitten. An diesen Grundtrieben entwickeln sich später die Frucht tragenden Zweige. Die Blaubeerfrüchte wachsen an den einjährigen Zweigen, deshalb ist es nötig, mit regelmäßigem Schnitt immer wieder für die Erneuerung des Strauches – also für neues junges Holz – zu sorgen.

Rote und weiße Johannisbeeren
Diese Sträucher benötigen keine Stütze und können sogar als Hecke gepflanzt werden. Der freie Wuchs als einzeln stehende Sträucher ist weit verbreitet. Zumeist bestehen sie aus vier bis fünf Grundtrieben. Werden sie dagegen als Spalier an einem Gerüst gezogen, haben sie gewöhnlich drei Grundtriebe. In jedem Falle ist jährlicher Rückschnitt notwendig. Wenn die Grundäste die gewünschte Höhe erreicht haben, werden sie gekürzt. Die sich nun bildenden Seitentriebe tragen später im Jahr die Johannisbeeren. Die Seitentriebe werden entweder eher lang gelassen (viele kleine Beeren) oder kurz geschnitten(wenige, aber große Beeren). Dieser Rückschnitt wird gewöhnlich im Januar durchgeführt. Die Beeren im Inneren der Pflanze, wo sie beschattet sind, reifen langsamer als die der Sonne zugewandten. Das ist ein Vorteil, wenn Sie also immer mal wieder naschen wollen. Soll es aber eine gleichmäßige Reife und gleichzeitige Ernte geben, sollten Sie die inneren Zweige im Sommer einkürzen, wobei die Zweige jeweils mindestens sechs Blattknospen lang bleiben müssen.

Schwarze Johannisbeeren
Diese Sträucher werden nur als frei stehende Sträucher gezogen.

Heckenschnitt
Art und Häufigkeit des Heckenschnitts sind abhängig von der Wuchsstärke Ihrer Heckenpflanzen. Je häufiger Sie schneiden, umso dichter wird die Hecke. Die meisten Gartenbesitzer schneiden zweimal jährlich: im Mai und noch einmal Ende Juli/Anfang August. Langsam wachsende Sträucher, die nur einmal pro Jahr geschnitten werden müssen, schneiden Sie am besten um den 21. Juni. Arten wie Buxus werden öfter geschnitten – mindestens zweimal pro Jahr. Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, Ihre Hecke nicht in voller Sonne und bei zu trockenem, heißem Wetter zu schneiden.
Schneiden Sie Ihre Hecke leicht pyramidenförmig nach oben hin schmaler werdend. So ist sichergestellt, dass auch die unteren Bereiche der Hecke noch ausreichend Licht bekommen. Ihre Hecke ist dann bis zum Boden dicht.

Formschnitt
Langsam wachsende Hecken und Nadelgehölze werden in der Zeit um den längsten Tag des Jahres – 21. Juni – geschnitten. Stark wachsende Pflanzen sollten dagegen mehrmals jährlich geschnitten werden, meist das erste Mal im Mai und dann noch einmal Ende August. Regelmäßiger Schnitt führt zu dichten Hecken! Nicht alle Pflanzen lassen einen starken Rückschnitt zu, zum Beispiel, wenn eine Hecke im unteren Bereich kahl wird. Eibe, Liguster und Kirschlorbeer dagegen vertragen auch einen sehr radikalen Rückschnitt und bauen sich neu auf. Bei den meisten Arten aber ist das nicht möglich!

Eibe
Weil die Eibe im Frühjahr recht spät austreibt, kann sie auch später geschnitten werden als andere Nadelgehölze. Eiben sollten mehrmals im Jahr geschnitten werden, aber keinesfalls mehr nach Ende August! Die nach dem Schnitt gebildeten jungen Austriebe müssen ausreichend Zeit haben, noch vor dem Winter auszureifen. Im Unterschied zu anderen Nadelgehölzen verträgt die Eibe auch sehr starken Rückschnitt sehr gut. Die Pflanzen treiben sogar aus kahlem Holz wieder aus. Es kann auch sinnvoll sein, bei eingepflanzten Eiben die Wurzeln einzukürzen: Stechen Sie mit dem Spaten etwa 50 Zentimeter vor der Hecke die Wurzeln ab und düngen Sie dann im engeren Wurzelraum, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre Hecke anderen Pflanzen allzu viel Konkurrenz macht. Übrigens ist ein solcher Wurzelschnitt auch eine Wachstumsbremse … die Ihnen weniger Schnittarbeit macht.

Buchenhecken
Buchenhecken werden am besten im Sommer geschnitten – um den längsten Tag des Jahres (21. Juni). Schneiden Sie am besten mit einer Heckenschere. Stellen Sie sicher, dass die frisch geschnittene Hecke nicht der vollen Sonne ausgesetzt ist (das heißt, schneiden Sie am besten bei eher bedecktem Himmel). Auch sollten Sie nicht so stark zurück schneiden, dass die Stämme Ihrer Heckenpflanzen keine vor Sonne schützenden Blätter mehr haben.



Sträucher
Der Schnitt von Sträuchern gilt oft als die schwierigste und anspruchsvollste Arbeit im Garten. Wann, warum und vor allem wie? Wachsen die Pflanzen nicht auch ohne Rückschnitt? Erreichen sie nicht erst ohne Schnitt ihre natürliche Gestalt? Die Antwort auf beide Fragen ist Nein! Mit dem Rückschnitt halten Sie Ihre Pflanzen gesund. Nur wenn ein langsam wachsender Strauch oder Baum ausreichend Platz hat, braucht er keinen Rückschnitt. Aber viele Sträucher bleiben von sich aus eben nicht so klein, wie wir sie in unseren Gärten brauchen und außerdem verkahlen sie von unten, wenn Sie sie nicht immer wieder dazu zwingen, sich von unten neu aufzubauen. Die Blüten von Flieder oder Schmetterlingsstrauch würden hoch oben treiben, für uns aus dem Garten kaum mehr zu sehen. Auch gilt es, kranke oder tote Äste immer wieder zu entfernen sowie schwache und dünne Zweige auszuschneiden, um den verbleibenden ausreichend Platz zu schaffen.

Wieso überhaupt schneiden?
Die wichtigsten Gründe für den Rückschnitt sind:
 der Aufbau einer harmonischen Pflanzengestalt;
 die Anpassung der Pflanze an den zur Verfügung stehenden Platz;
 das Entfernen unerwünschter Äste und Zweige (die z.B. zu niedrig stehen oder quer wachsen);
 der Erhalt der Pflanzengesundheit (das Entfernen toter, kranker oder schwacher Äste);
 die Förderung neuer Blüten
 der Aufbau von mehr, besseren oder größeren Früchten;
 die Verjüngung von Pflanzen;
 die Förderung neuen Laubaustriebs (vor allem bei Immergrünen)
 die Schaffung von Durchblick (z.B. an der Einmündung von Wegen)

Verjüngungsschnitt
Das ist der Schnitt, um Sträucher jung und in Form zu halten. Zum Beispiel: Wie schneiden Sie eine Hortensie in Kugelform, so dass sie nicht zu groß wird und doch weiter blüht? Das Ziel ist, die Pflanze in ihrem natürlichen Rhythmus zu unterstützen.
Der Trick ist, dass Sie in Einzelschritten vorgehen:
 Zuerst schneiden Sie die alten Blütenstände (im Frühling) auf etwa 15 Zentimeter Länge zurück;
 Dann schneiden Sie alle dünnen Ästchen aus – sie werden nie gut blühen;
 Dann schneiden Sie etwa ein Fünftel der alten Zweige bis zur Basis herunter. Im nächsten Jahr schneiden Sie wieder ein Fünftel usw. Profis nennen dies die 20-Prozent-Regel;
 So bilden sich jedes Jahr neue Zweige aus der Basis. Die Hortensie bleibt jung und in Form und blüht gleichmäßig. Das Schneiden bewirkt neues Wachstum. Mehr noch: Starker Schnitt fördert mehr Wachstum als leichter Schnitt.

Wann schneiden?
Das hängt von der Pflanze ab! Für alle aber gilt: Nicht bei Frost oder großer Trockenheit und nicht im Regen schneiden. Darüber hinaus orientieren Sie sich an den Empfehlungen und Erfahrungen der Profis.

Grundregeln

Winter- und Frühlingsblüher
Laubabwerfende Sträucher, die im Winter, Frühling oder frühen Sommer blühen, werden direkt nach der Blüte geschnitten. Auch kurz vor oder während der Blüte können Zweige herausgeschnitten werden, wenn sie z.B. zu dicht stehen (Eventuell können die dann abgeschnittenen Zweige in der Vase zum Aufblühen kommen!) Beispiele für winterblühende Sträucher sind Zaubernuss (Hamamelis mollis), Schneekirsche (Prunus subhirtella ´Autumnalis`) und Winterschneeball (Viburnum bodnantense). Bei den nach dem Winter blühenden Frühlingsblühern ist die genaue Blütezeit wichtig: Einige blühen im März, andere erst im späten Mai. Schneiden Sie erst NACH der Blüte! Das heißt natürlich auch, dass Sie nicht alle Pflanzen in Ihrem Garten auf einmal schneiden können. Die Frühlingsblüher tragen ihre Blüten immer an älteren – mindestens einjährigen – Zweigen. Deren Blütenknospen sind meist im letzten Herbst angelegt worden.

Sommer- und Herbstblüher
Laubabwerfende Sträucher, die im Sommer oder zeitigen Herbst blühen, lassen sich gut VOR der Blüte schneiden. Ein guter Zeitpunkt für deren Schnitt ist der März. Es sollte jedoch nicht frostkalt und nicht regnerisch sein. Schneiden Sie dann die jungen Triebe tief zurück. Einige, wie z.B. der Schmetterlingsstrauch (Buddleia davidii) werden im März stark zurückgeschnitten. Sie bilden dann eine Vielzahl neuer, junger Triebe, die sehr gut blühen.

Schnitt von Hortensien
Die meisten Hortensien (Hydrangea) blühen im Sommer, aber je nachdem, welche Hortensie Sie im Garten haben, ist ein anderer Schnitttermin angezeigt. Die Bauernhortensie (H. macrophylla) blüht am zweijährigen Holz; wenn Sie also diese Sträucher im Frühling schneiden, tragen sie keine Blüten! Schneiden Sie stattdessen im Frühling lediglich einige alte Zweige heraus und lassen Sie die jungen Triebe stehen! Auch die letztjährigen Blütendolden sollten Sie dann abschneiden. Die Rispenhortensien (H. paniculata) und Strauchhortensien (H. arborescens) werden dagegen im März sehr stark auf etwa 25 cm Trieblänge zurück geschnitten – sie blühen an den „diesjährigen“, also jungen Trieben.

Schnitt von Lavendel
Schneiden Sie Lavendel nie bis in den verholzten, laublosen Bereich zurück! Sie würden kaum oder sogar keinen Austrieb ernten. Wichtig ist bei Lavendel der regelmäßige Schnitt in jedem (!) Frühling. Schneiden Sie alle toten Zweige (z.B. Frostschäden, vertrocknete oder gebrochene Zweige) heraus. Alle anderen Zweige werden nur gekürzt. Wenn die Lavendelpflanzen zu viel unbelaubtes Holz zeigen, sind sie in der Vergangenheit nicht gut geschnitten worden. Dann sollten Sie die Pflanzen ersetzen, tiefer Rückschnitt ist nicht zu empfehlen.

Immergrüne Sträucher
Für Immergrüne gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie für laubabwerfende Gehölze. Entfernen Sie zuerst tote, störende oder kranke Zweige. Schneiden Sie auch eventuelle Wildtriebe und solche mit abweichenden Farben oder Blattformen tief ab.

Formschnitt
Es ist eine echte Herausforderung, freihändig eine Pflanze zu einer lebendigen Gartenskulptur zu formen, besonders, wenn Sie eine ungewöhnliche Form anstreben. Eine Kugel oder ein Würfel ist vielleicht noch recht einfach, aber eine Spirale?! Für schwierige Formen empfiehlt sich, die angestrebte Pflanzenform anhand eines Maschendrahtes vorzugeben, durch den die Pflanze wächst und an der Sie sich beim Rückschnitt orientieren können. Wichtig ist in jedem Fall ein regelmäßiger Rückschnitt zwischen Mai und August. Im Fachhandel finden Sie verschiedenste immergrüne Formgehölzformen: Kugeln, Würfel, Spiralen, Tierkörper etc.

Rhododendron
Rhododendren blühen im April-Mai-Juni an den Blütenknospen, die im Vorjahr gebildet wurden. Diese neuen Blütenknospen sind bereits unter den alten Blüten angelegt! Wenn Sie also die toten Blüten zu tief abschneiden (oder gar den ganzen Zweig), können sich dort im folgenden Jahr keine Blüten entwickeln. Am besten brechen Sie tote Blüten von Hand aus – dann verletzen Sie nicht die Blütenknospen für das nächste Jahr und können sich auf reiche Blüte freuen.



Skimmia
Skimmien (Skimmia japonica) können sehr groß werden, weshalb ein Rückschnitt sinnvoll werden kann. Auch hier gilt es, beim Rückschnitt nicht die Blühfreudigkeit einzuschränken. Skimmien blühen an den zweijährigen Zweigen. Schneiden Sie bei Bedarf die Hälfte der Zweige nach dem Abblühen zurück. Die abgeschnittenen Triebe werden neu austreiben und im übernächsten Jahr blühen. Schneiden Sie ein Jahr danach also die zweite Hälfte der Zweige, dann halten Sie die Pflanze in Form und haben doch jedes Jahr eine gute Blüte.

Kletterpflanzen
Hier helfen zunächst einige Faustregeln: Laubabwerfende Kletterpflanzen sollten zwischen November und April geschnitten werden. Immergrüne Kletterpflanzen oder halbimmergrüne (so genannte „Wintergrüne“) werden im (frühen) Frühjahr geschnitten.
Das gilt z.B. für Efeu (Hedera). Er sollte geschnitten sein, bevor die neuen Blätter austreiben, sonst verliert die Pflanze zu viel Kraft. Manche Menschen schwören darauf, Efeu schon im späten Winter zu schneiden. Wie auch immer –
Sie werden Ihre eigenen Erfahrungen machen. Schneiden Sie in jedem Falle tote Äste heraus und entfernen Sie eventuell trockenes Laub. Achten Sie auch darauf, dass der Efeu keinen Schaden an der Dachrinne oder an Fenstern etc. anrichten kann – wer aufmerksam ist und regelmäßig schneidet, hat mit Efeu einen sehr schönen Wandschmuck!

Blühende Kletterpflanzen
Für den richtigen Schnitt ist es wichtig zu wissen, wann sie blühen: Kletterpflanzen, die im Sommer blühen, wie z.B. Geißblatt (Lonicera) oder Clematic viticella, blühen am besten, wenn die alten Triebe im frühen Frühjahr (Februar/März) zurückgeschnitten werden. Kürzen Sie die Seitentriebe nicht zu stark ein – mindestens vier bis fünf Knospen müssen stehen bleiben!

Kletterpflanzen, die im Frühling blühen, haben ihre Blütenknospen dagegen schon im Vorjahr ausgebildet. Das heißt, jeder Rückschnitt vor der Blüte würde Blütenknospen entfernen. Die frühlingsblühenden Kletterpflanzen werden also immer nach der Blüte geschnitten. Dann können die Pflanzen neue Triebe und auch neue Blütenknospen ausbilden und im Folgejahr wieder reich blühen.

Rosen
Die große Gruppe der Buschrosen wird üblicherweise in verschiedene Kategorien unterteilt. Teehybriden, Floribunda-, Polyantha-, Strauchrosen und auch die so genannten Miniatur-Rosen. Sie alle werden auf die gleiche Weise veredelt, unabhängig von ihrer Größe. Auch hinsichtlich des Rückschnitts gelten einige Grundregeln für alle genannten Rosentypen: Sie werden jedes Jahr stark zurückgeschnitten und das Schnittgut sollte aus den Beeten entfernt werden. Dies zum Einen, damit Sie sich nicht später an den Dornen verletzen, aber auch, weil an den Zweigen die Sporen verschiedener Pilzkrankheiten überwintern, die ansonsten im nächsten Jahr die Rosen wieder infizieren könnten.

Wann schneiden?
Eine alte Gärtnerregel besagt, dass die Buschrosen zwischen dem 1. März und dem 1. April geschnitten werden sollen. Diese Empfehlung beruht auf alten Wettererfahrungen in Bezug auf die Entwicklung der Rosen. Im März treiben sie schon mächtig und es ist sinnvoll, mit rechtzeitigem Schnitt zu verhindern, dass die Pflanze sich verausgabt. Früherer Schnitt dagegen verbietet sich, weil es noch Frost geben kann, der die jungen Knospen schädigt. Infolge der allgemeinen Veränderungen des Klimas und auch der neuen Sorten ist es heute jedoch möglich, schon im Februar die Rosen zu schneiden.

Wie schneidet man Buschrosen?
Als erstes gilt es, alle toten, schwachen oder kranken Zweige tief abzuschneiden. Schon damit sollte Ihre Rose lichter und offener da stehen. Entfernen Sie auch sich kreuzende Zweige, so dass die Mitte des Rosenstocks möglichst offen liegt. Die verbleibenden vier bis fünf Grundtriebe werden nun auf etwa Scherenlänge zurück geschnitten, wobei der Schnitt kurz über einer nach außen stehenden Knospe erfolgen sollte.

Wie schneidet man Minirosen?
Im Grunde schneiden Sie die Minirosen genauso wie Buschrosen, allerdings etwas kürzer, nämlich auf etwa 5-10 Zentimeter Länge. Dann wachsen sie umso stärker und werden reich blühen.

Wie schneidet man Strauchrosen?
Zu den Strauchrosen gehören auch die so genannten historischen und botanischen Rosen. Sie sind den wilden Rosen am ähnlichsten, wachsen stark und blühen reich, haben allerdings kleinere Blüten als die Edelrosen. Für die meisten Strauchrosen ist es kein Problem, wenn Sie sie einige Jahre lang überhaupt nicht schneiden. Sie werden munter weiter wachsen und blühen und mehr und mehr dickere Zweige ausbilden. Beobachten Sie also Ihre Strauchrosen und schneiden Sie erst, wenn Ihnen die Pflanze zu groß wird oder wenn sie deutlich weniger Blüten zeigt. Je länger Sie die Strauchrose frei wachsen lassen, um größer und majestätischer wird sie dastehen – was nicht hindert, dass Sie regelmäßig tote, schwache bzw. kranke und sich kreuzende Triebe tief herausschneiden, wie bei den anderen Rosen auch. Auch wenn Sie jedes Jahr einen Teil der gesunden Triebe ganz herausschneiden, halten Sie Ihre Rose vital und sorgen für eine ständige Verjüngung des Strauches, ohne dass er insgesamt verkleinert wird. Bedenken Sie, dass starker Schnitt zu starkem Wachstum führt, für Strauchrosen ist also insgesamt Zurückhaltung angebracht, zumal Sie so am ehesten den natürlichen Wuchs der Pflanze erhalten.

Der beste Schnittzeitpunkt ist das Frühjahr, zumal Sie dann den Winter über die Hagebutten erhalten, die übrigens ein wertvolles Tierfutter sind, Sie können aber auch nach der Blüte schneiden.
Rosen, die dichte Hecken bilden, wie z.B. die Hundsrose (Rosa rugosa), werden am besten jedes Jahr leicht ausgedünnt, um eine ständige Verjüngung zu erreichen. Die Pflanzen werden dann kompakter, blühen reicher und sehen insgesamt besser aus.

Wie schneidet man Kletterrosen
Die meisten Kletterrosen blühen regelmäßig und reich. Sie sollten im Herbst nach der Blüte zurückgeschnitten werden. Schneiden Sie nicht zu stark! Wie immer: Zuerst werden tote, schwache und kranke sowie sich kreuzende Zweige tief herausgeschnitten. Was Sie wissen sollten: Triebe, die horizontal wachsen, produzieren mehr Blüten als die senkrecht nach oben strebenden, wüchsigen Triebe. Binden Sie also nach Möglichkeit auch junge Triebe in eine horizontale Wuchsrichtung an das Rankgerüst! Seitentriebe sollten auf etwa zwei Drittel ihrer Länge gekürzt werden. Kletterrosen, die in Bäume gewachsen sind, können Sie am besten ungeschnitten weiter wachsen lassen.

Wie schneidet man Bodendeckerrosen?
Am besten schneiden Sie Bodendeckerrosen nach der Blüte. Einzelne, zu lange Triebe werden ganz entfernt, auch einige der älteren Triebe sollten Sie jedes Jahr tief abschneiden, damit die Pflanzen sich regelmäßig verjüngen können. Ansonsten gilt die Faustzahl, die Triebe auf etwa vier bis sieben Augen (Knospen) Länge zurück zu schneiden und – natürlich – das Schnittgut aus dem Beet zu entfernen.

Stauden
Die meisten Stauden brauchen einen kräftigen Rückschnitt im frühen Frühjahr. Schneiden Sie alle toten Triebe ab und entfernen Sie das tote Laub. Seien Sie dabei vorsichtig: Die neuen Knospen oder sogar schon jungen Triebe dürfen nicht verletzt werden! Dennoch, fürs Grobe sind Heckenscheren zu empfehlen. Immergrüne Stauden, die auch nach dem Winter noch gut aussehen, können Sie natürlich stehen lassen, aber wenn sie Winterschäden zeigen, sollten Sie auch diese Pflanzen tief zurückschneiden. Der neue Austrieb wird wieder frisch und gesund sein und verspricht einen blütenreichen Staudensommer!

Bambus
Bambusse haben teils Eigenschaften von Gehölzen und teils Eigenschaften von Stauden. Sie können zu jeder Zeit geschnitten werden. Entfernen Sie also regelmäßig gebrochene bzw. geknickte Zweige und halten Sie Pflanzen durch Schnitt in der Form, die Ihnen am Standort behagt. Wichtig ist, dass Sie schon bei der Pflanzung dafür sorgen, dass der Bambus sich nicht unkontrollierbar ausbreitet. Dies gilt speziell für ausläuferbildende Arten und Sorten: Pflanzen Sie die Ballen in spezielle, rhizomdichte Bambuskörbe oder verwenden Sie eine Rhizomsperre.